Lärmschutzwände in der Stadt, warum nicht und wie?

Über Stadtplanung und die Forderung nach einem lärmarmen Lebensumfeld

"Aus städtebaulicher Sicht ist die Realisierung von (undurchsichtigen) Lärmschutzwänden nicht wünschenswert..."

Mit einer gewissen Regelmäßigkeit stoßen wir auf den oben genannten Text. Gut gemeinte Empfehlungen von eigens beauftragten Beratungsunternehmen, die den (kommunalen) Auftraggeber über lärmmindernde Maßnahmen in der Stadt beraten. Und dann handelt es sich oft um eine Empfehlung ohne weitere Erläuterung; der gelegentliche Zusatz, dass Taubheitsmauern oder Flüsterasphalt eine Alternative sein können, schließt jede weitere Überlegung für eine Lärmschutzwand aus.

Es besteht eine gewisse Sympathie für den Ersteller des Beratungsberichts. Das Bild einer Betonwand in einer vom Berater modellierten Umgebung wird weder ihm noch seinem Kunden gefallen. Lärmschutzwände aus Glas mögen eine (vorübergehende) Lösung sein, solange sie nicht mit Graffiti beschmiert sind, und so ist die Entscheidung, eine Lärmschutzwand abzulehnen und Alternativen anzubieten, schnell getroffen. Und das ist schade.

Heutzutage ist die Palette der Lärmschutzwände viel breiter als nur Glas oder Beton. Lärmschutzwände werden aus Aluminium, EPS und Kunststoff oder aus nachhaltigeren Materialien wie Holz, Kokosnuss oder Holzfasern und Erde gebaut. Es gibt wunderbare Beispiele für (buchstäbliche) Kunstwerke entlang von Nationalstraßen, aber auch in bebauten Gebieten. Die röhrenförmige Lärmschutzwand entlang der Autobahn A2 in Eindhoven, die Greenwall am Graaf Florisweg in Nieuwegein oder die irdene Lärmschutzwand in Uden.

Insbesondere Lärmschutzwände, die begrünt werden können, fügen sich mit der richtigen Bepflanzung schnell in die Umgebung ein, sind nachhaltig, tragen zur Artenvielfalt bei und sorgen nachweislich für ein gesünderes Lebensumfeld der Anwohner. Und genau darum geht es bei der Entwicklung des städtischen Raums. Denn Stadtplanung ist nicht mehr nur die Aufgabe, möglichst viele Meter zu bebauen und zu erschließen, sondern diese Umgebung lebenswert, gesund und schöner zu gestalten. Mit viel Grün, einer lebendigen Flora und Fauna und einem angenehmen Wohn- und Arbeitsumfeld.

Die Herausforderung für Stadtplaner besteht gerade darin, grüne Lärmschutzwände in die Planung einzubeziehen, zu empfehlen und anzuwenden. Anstelle negativer Ratschläge sollte die Lösung positiv gefördert werden:

"Aus städtebaulicher, nachhaltiger und biodiversitätsrelevanter Sicht ist die Realisierung von begrünten Lärmschutzwänden sehr wünschenswert." (Optional können Sie dafür auch Greenwall eintragen...)

Bild: ZNdesign.co.uk

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